Teure Flugüberwachung

Teure Flugüberwachung
Vögel fliegen gerne. Der Mensch hingegen sitzt gern und ist neugierig. Zum Beispiel will er wissen, auf welcher Flugroute die Vögel nach Süden aufbrechen um den Winter in wärmeren Gegenden zu verbringen. Das russische Vogelinstitut bekam den Auftrag, die Vögel genau zu beobachten, vielleicht um festzustellen, ob sie eigentlich als russische Staatsbürger gelten können oder doch eher Migranten sind. Deshalb befestigte ein Wissenschaftler in ihrem Gefieder einfach einen Mikrosender, welcher die genauen Ortsangaben per SMS alle zwei bis drei Stunden an die Station übermitteln sollte.

Ein kleines Budget sollte genügen. Doch einer der Wandervögel- ein Storch – verschwand plötzlich vom Radar und sendete keine Zeichen mehr. Man gab ihn schon auf und vermutete einen Unfall oder einen Fressfeind. Dann der Schreck: Der tapfere Vogel nahm offenbar eine unvorhergesehene Route über Usbekistan, wo zwar die SMS nahezu kostenlos sind, aber wo er in eine Serie von Funklöchern geriet. Dort wurden zwar die Daten aufgesammelt, aber nicht übermittelt. Als er schließlich im Iran wieder auftauchte, wurden sämtliche 10502 SMSe auf einmal übertragen, aber, und das war die Überraschung: Aus dem Iran kostet eine SMS ein Vielfaches an Gebühren. Man musste die Rechnung begleichen und das kostete eine Menge, etwa 3500 EURO. Das war nicht vorgesehen, und das ganze Projekt wäre fast zum Scheitern verdammt gewesen.
Moral: Erstens, du kannst einem Zugvogel die Route nicht vorschreiben. Und zweitens: Es lenkt viel zu sehr ab, beim Reisen immer ans Geld zu denken. Besser man genießt die Orte wo es einem gefällt!

Die neuen Leiden des alten Goethe

Die neuen Leiden des alten Goethe

ein Frühjahrs-Gedicht der anderen Art

Er ging im Wald so vor sich hin,
Nichts zu suchen war sein Sinn.
Da sah er im Vorübergeh’n
Ein kleines, zartes Blümlein steh’n.
Es war so lieblich anzuseh’n.

Er grübelte und dachte scharf,

ob er es einfach mitgeh’n lassen darf.

Doch müsst´ er, um es abzupflücken,
Sich tief hinab, hernierderbücken.
Und dazu war sein Bauch zu dick,
Das ist halt des Gourmets Geschick. „Die neuen Leiden des alten Goethe“ weiterlesen

Bibel lesen im Unterricht? Diplom-Arbeit an der LMU München, 1982

BIBEL IM UNTERRICHT?
Diplom-Arbeit von Bernhard Moser, eingereicht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwigs-Maximilians-Universität München, 1982, zum Thema :
Eine bibeldidaktische Untersuchung über Unmöglichkeiten, Möglichkeiten und Methoden des Einsatzes biblischer Text im Unterricht

Bibel ist immer wieder zu einer „Renaissance“ fähig, mag man mit ihr umgehen wie man will. Sie beschäftigt Menschen, v.a. Christen, oft ein Leben lang. Eine Untersuchung von G.Stachel legt nahe, dass der Bibelunterricht mit etwa 30% des Religionsunterrichts die zweite Stelle einnimmt.
Es ist jedoch zu fragen: Auf welchem Hintergrund und welchen Voraussetzungen ist es sinnvoll, sich mit Bibel auseinander zu setzen? Was sind die Probleme, die sie mit sich bringt? Was kann Bibel leisten? Welche Auslegungsformen sind veraltet oder sogar schädlich?
Die vorliegende Arbeit versucht im Kontext der neueren Entwicklungen der Theologie auf solche und ähnliche Fragen eine Antwort zu formulieren und auf Grenzen aufmerksam zu machen. In erster Linie sind innerreligiöse und didaktische Gesichtspunkte berücksichtigt. Andere, wie zum Beispiel die Curriculumdiskussion, die Bildungsrevision usw. spielen nur eine untergeordnete Rolle.
Erschwerend für die Arbeit wirkte sich der Umstand aus, dass in der Bibeldidaktik keine unmittelbar verwertbaren Ergebnisse vorlagen. Zu vieles war erst im Umbruch. Es fehlte ein festes Konzept; und vieles stand unvermittelt nebeneinander. So versteht sich der am Ende vorgeschlagene Unterrichtsplan nur als Versuch, die theoretischen Erkenntnisse umzusetzen auf eine bestimmte Klasse, eine bestimmte Kategorie von biblischer Erzählung ( einer Wundergeschichte) und nicht als allgemein gültige Lösung. „Bibel lesen im Unterricht? Diplom-Arbeit an der LMU München, 1982“ weiterlesen

In Dog we trust

In DOG we trust

Oder:  „Dies irae“ beim Sheriff

Nach den letzten Überfällen von Hunden auf Menschen muss man einmal ein gutes Wort für die Vierbeiner einlegen.

Doch beginnen wir die Geschichte von vorne. Ein Sheriff aus Pineas (Florida), bestellte sich einen Wandteppich für sein Office. Er wähnt sich als besonders guter Amerikaner und als überzeugter Christ. Als Schriftzug für besagten Teppich wählt er das abgenudelte Motto: „In God we trust“ (was ja auf der Rückseite jedes US-amerikanischen Geldscheins zu lesen ist). Zu seiner Verwunderung musste er aber nach der Lieferung bestürzt feststellen, dass dort geschrieben stand: „In Dog we trust“. Very funny. Dies ist natürlich eine Steilvorlage für jeden Verschwörungstheoretiker. „In Dog we trust“ weiterlesen

Manieren mit Valentino

Anstand mit Valentino
In Michael Endes ergreifender Sylvester-Geschichte: Der …Wunschpunsch spielt ein gewisser Maurizio eine Hauptrolle, indem er durch tollkühnen Einsatz und jeder Menge Grips den Abend rettet. Dieser Held entstammt einem alten italienischen Adelsgeschlecht und ist ein berühmter Kater. Mein Bekannter Richard aus Berlin hat ebenfalls die Ehre mit einem solchen Exemplar zusammen zu leben, und dieser heißt Valentino.
Die erste Begegnung zwischen den beiden verlief eher unspektakulär. Valentino lag quer über der Treppenstufe als Richard herunterkam. Der Kater hob nur kurz die Augenbraue und wich nicht von der Stelle. Damit war die Registrierung des neuen Bewohners seinerseits abgeschlossen. Richard sagte nur kurz: „Aha, so schaut das also bei dir aus“ und musste umständlich über Valentino hinweg steigen. Immerhin hatte Valentino das ältere Hausrecht auf seiner Seite.
Am Feierabend wollte sich Richard auf der Terasse entspannen und seine Emails checken. Valentino kam aus dem Schuppen und setzte sich in sechs Metern Entfernung förmlich auf die Hinterpfoten um dem Richard seinen abendlichen Gruß zu überbringen, ein halblautes, interessiertes und kurzes „miao“. Richard, in seine Lektüre vertieft, rührte sich nicht. Valentino rückte daraufhin näher, setzte sich wieder nobel auf die Hinterpfoten und rief deutlich lauter: „MIAO“. Richard zeigte sich allerdings auch davon völlig unbeeindruckt und starrte weiterhin auf das ach so interessante Display. Kater Valentino aber ist der Überzeugung, dass Anstand und Höflichkeit zu einem gedeihlichen Zusammenleben dazu gehören. Er kam also bis auf einen Meter heran, setzte sich gebührend um sich in Stellung zu bringen und brachte sein fortissimo „MIIAAOO“ heraus, nach dem Motto: Der Berliner Schnauze werden wir doch noch Anstandsregeln und Manieren beibringen! Und diesmal reagierte Richard, wandte sich ihm zu und bemerkte trocken: „Ich hab dich schon gesehen, alter Haudegen“. Das genügte dem italienischen Grafen als Minimun von Respekt und Manieren, er trollte sich von dannen und murmelte ein kurzes zufriedenes „miao“ nach dem Motte: Na also, geht doch…

Kindlicher Wutanfall-kein Grund zur Panik

Kindlicher Wutanfall-kein Grund zur Panik!!


Der konstruktive Umgang mit Wut führt zu einem intensiveren Leben.
Immer wieder kommt es vor, dass Eltern regelrecht fassungslos sind, wenn der Nachwuchs, z.B. beim Einkauf, ungefragt einen seiner berühmten Wutausbrüche hinlegt. Und das, obwohl man ihm doch stets gute Manieren beibringen wollte. Manche unterbinden die Aktivität des Kindes, manche ignorieren den Vorfall, manche rasten ihrerseits aus. Was ist nun richtig? Es gibt zwei Ebenen, welche es zu unterscheiden gilt: a, einmal die akute Phase, und b, zum anderen die Vorsorge.

A, Der akute Wutanfall


Zunächst ist es bedeutsam zu wissen, dass Wutanfälle nur ein Ausdruck starker Emotionen sind, und als solche normal sind. Meistens streckt etwas dahinter, was das Kind gerade sonst wie beschäftigt, etwa eine Auseinandersetzung im Kindergarten oder eine bevorstehende Trennung der Eltern. S. Michalik-Imfeld (in: WELT,vom 26.2.2019, S.20) betont, dass da weder die Eltern versagt haben noch das Kind gestört ist. Allerdings ist Wut -ähnlich wie Aufgeregtheit oder Trauer-ansteckend. Das allerwichtigste wäre demnach, sich selber in Ruhe zu bringen, gewissermaßen „cool“ werden und zehnmal kräftig durchatmen. Falsch wäre, dem Kind sofort nachzugeben. Denn wenn es durch den Wutanfall nur sofort zum gewünschten Gegenstand kommen will und man ihm dann das Ding kauft, nur um Ruhe zu haben, dann nämlich „lernt“ das Kind, dass man mit extremem Verhalten (s)eine Wirkung erzielt. Unmöglich ist es auch, in dieser Phase mit dem Kind zu verhandeln; Es kann erst in Ruhe zuhören und das Gesagte verstehen. Man benennt nach der Selbstkontrolle in einem zweiten Schritt was gerade vorgeht. Also zum Beispiel: “Ich sehe, du bist grad ziemlich wütend, weil du dein Eis nicht bekommst. Sicherlich hast du Lust auf eines“. Wichtig ist, den emotionalen Kontakt zu behalten und das Kind in seinem derzeitigen Zustand ernst zu nehmen!! In einem dritten Schritt ist Kreativität gefragt. Man versucht, das Kind abzulenken. Also etwa: „Schau mal, da vorne ist ein Fahrrad mit zwei Leuten drauf“. Sobald sich das Kind beruhigt hat, kann man in einem vierten Schritt dem Grundbedürfnis, z.B. Hunger, nachgeben und dem Kind ein Stück Obst anbieten. Total falsch wäre auch, das Kind in seiner Wut lächerlich zu machen, wie es mein Vater mit uns gemacht hat: Er holte den Fotoapparat und schoss Bilder, die er dann bei nächster Gelegenheit den Besuchern gezeigt hat. Das ist der brutalste Umgang mit kindlichen Bedürfnissen, denn dann kippt man das gesamte Gefühlsleben eines Menschen in den Mülleimer. Ich brauchte später Jahre, um einen Zugang zu den eigenen Emotionen zu finden


B, Wut aus Trotz und Vorbeugung


Viel Frust entsteht bei Kindern, wenn sie nicht tun wollen, was sie gerade sollen, z.B. den Tisch abräumen. Nicht selten eskaliert dann eine derartige Situation. Sobald man selber heftig darauf reagiert wird das Kind erst recht trotzig, weil es sich unverstanden fühlt. Dazu gibt es mehrere Ansätze und da ist wiederum Kreativität vonnöten. Man kann das Kind darauf vorbereiten, also z.B. im Kinderzimmer ankündigen: „In sieben Minuten gibt es Essen und du hilfst mir dann beim Abräumen“. Oder man sucht nach Kompromissen. Denn wenn man die Vorstellungen und Bedürfnisse der Kinder vollständig außer Acht lässt, dann wird daraus über kurz oder lang ein Machtkampf. Man schaut also, wo man das Kind mitbestimmen lassen kann. Das unterstützt auch deren Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Aber: Führt das nicht zu Egoismus? Grundsätzlich haben uns Wut und Egoismus evolutionär beim Überleben geholfen und uns gezeigt, wo Bedürfnisse nicht erfüllt werden oder wir für uns einstehen müssen. Ziel sollte sein, bei dem Kampf für die eigenen Interessen den anderen im Blick zu behalten und in der Wahl der Mittel zur Durchsetzung nicht zu grob zu werden. Und weil ja die Kinder durch Nachahmung lernen, sollen sie sehen, wie die Eltern ihre Konflikte auf der Paarebene lösen. Wie man also nicht wartet bis einem der Kragen platzt, sondern auch kleinere Unstimmigkeiten ruhig anspricht, benennt, was einen nervt ohne den anderen damit anzugreifen, und dann Kompromisse sucht. Vorbeugend helfen natürlich auch alle Arten körperlich fordernder Unternehmungen. Das kann auch so ausschauen, dass man mit den Kindern tobt und sich balgt, sie in ein Kissen schlagen lässt oder einen Boxsack ins Zimmer hängt. „Kinder müssen ihren Körper spüren“ (Zit. Michalik-Imfeld). Das baut viel Stress ab.
Literaturhinweis: Michalik/Imfeld: Mein wunderbar wütendes Kind: Warum starke Gefühle auch gut sind und wie wir Wutanfälle gemeinsam überstehen

Tierische Ausbrüche und andere Freiheiten

Ausbrüche und andere Freiheiten
Zwei unbezähmbare Schafsböcke entwichen wiederholt dem Züchter, wobei sie jedesmal völlig unbeteiligte Passanten angegriffen haben, zuletzt eine 43-Jährige Frau. So ein unzüchtiges Verhalten muss natürlich bestraft werden – und zwar von der Behörde! Denn der Besitzer dieser Widder wurde zu Schandensersatzleistungen verpflichtet. Die Böcke trainierten ja nur für den Ernstfall, nämlich falls sie auf freier Wildbahn von anderen entlaufenen Tieren angegangen werden, z.B. von Wölfen.
Zum Beispiel vom Emeram aus Knüll. Laut der SZ (vom 27.2.2019, S.1) ist dieser Wolf aus dem Wildpark Knüll entlaufen. Zunächst fehlte jede Spur. Erste Vermutungen, er streife als Großmutter verkleidet durchs Land wurden behördlicherseits nicht bestätigt, sondern ins Reich der Märchen verwiesen. Als wahrscheinlich kann gelten, dass er zu den andern Wildwölfen gestossen ist. Die harte Waldgang hat ihn da bestimmt mit dem üblichen Aufnahmeritual vertraut gemacht, z.B. selbständiges Reißen von Rehen und unbedingte Unterordnung unter den Anführer. Ob das der verweichlichte Parkwolf, der an regelmäßige Fütterungen gewohnt ist, überstanden hat gilt als fraglich.
Schon Rilke beschrieb den traurigen Blick des eingesperrten Panthers, nichtsahnend, dass der an einem ausgefeilten Fluchtplan arbeitete. So wie Schneeleopard Irbis, der eine halbe Stunde im Wuppertaler Zoo herrlich frei umherspazierte. Die Besucher sahen sich genötigt, in den Tierhäusern Zuflucht zu suchen; welche Umkehrung der Verhältnisse!! Da konnte dann der Leopard die Menschen hinter Gittern besichtigen- welche ein Triumpf.
Der Kölner Schimpanse Petermann machte hingegen eine beachtliche Karriere als Karnevalist. Er durfte die Prunksitzungen mitgestalten und wurde schon als idealer Kandidat für den Festausschuss gehandelt. Neueren Forschungen zu Folge hat sich jedoch das Gemüt des sensibeln Tieres verdunkelt, als es die vielen faden Altherrenwitze bei den Prunksitzungen anhören musste. Eines Tages überwältigte er seine Bewacher mit roher Gewalt und entwich. Als ihn die tödliche Kugel traf, soll er noch die linke Faust in den Abendhimmel gereckt haben.
Die Nerze aus Mecklenburg hatte mehr Erfolg. Sie organisierten einen Massenausbruch und blieben unauffindbar in der Ödnis des deutschen Nordostens.
Ausbruchskönige sind allerdings die Känguruhs. Sie hechten leicht über diverse Hürden und vergnügen sich anschließend in unseren Hüfpburgen und Hoppegärten. Ein solches Exemplar aus Dortmund- Brechten kooperierte mit einer Ziege, welche mit den Hörnern das Tor des gemeinsamen Geheges aufgestoßen hatte. Es entzog sich dem Zugriff der Polizei durch gewaltige Sprünge, machte aber dann doch einen entscheidenden Fehler: Es äugte nach hinten um die Verfolger im Auge zu behalten und übersah dabei den Pool. Nun musste das verwirrte Tier umständlich aus dem Wasser geborgen werden.
Auch die beiden Kapuziner-Äffchen Obi und Philippa aus Berlin begingen bei ihrer Flucht aus dem dortigen Zoo einen Fundamentalfehler. Jetzt sind sie wieder bei ihren Artgenossen am Affenfelsen. Dabei ist es Obi sogar gelungen, sich bis zur S-Bahn-Station Biersdorf durchzuschlagen. Dem Bier hat sie noch erfolgreich widerstanden. Und wer weiß, welche Sterne der Freiheit ihr geleuchtet hätten, wäre sie nicht am Bahnhof gefasst worden. Aber das konnten sie als Anfängerinnen nicht wissen: Nämlich, auf der Flucht, wo jede Minute zählt, verlasse dich niemals auf die Pünktlichkeit der S-Bahn, und schon gar nicht in Berlin!!

Das gereimte Alter

Alter

Gedicht anlässlich  Jörgs Geburtstag,
gehalten am 24.Juni 2008 am Starnberger See

Kürzlich tagten betagte Uniprofessoren.
Man einigte sich schnell, dass jeder Mensch einst ward geboren.
Nur mit dem Altern hatte so seine Tücken:

Die Soziologien sprachen von sehr großen ….. . . . . . Lücken

Das konnte die Historiker gar nicht enzücken:
„Dank großartiger archäologischer Leistungen ist es uns gelungen
aufs genauseste zu belegen, was uns die Alten sungen“.

„Genau, genau,“ applaudieten die Musiker im Chor,
„Gesang und Spiel bringt nur das Beste im Menschen hervor.
Alter ist für uns gar keine Frage:
Mit Musik bleibst jung und fit all deine Tage.
Auch gab es viele Meister verschiedenster Klassen,
die haben -unsterblich- jedes Alter hinter sich gelassen.“

Am wenigsten hatten die Theologen ein Problem:
„Wieso? Papst mit 90 – ist doch angenehm!
Da brauchen wir uns – Gott bewahre – nicht zu fürchten
vor irgendwelchen Änderungen in den alten Kirchten.“

„Nun ja“, es hatten sich auch Wirtschaftwissenschaftler eingeschmuggelt:
„Alt ist doch, wer weder konsumiert noch buckelt“.

Dem widersprachen einige Psychologen – etwas unterkühlt –
„Man ist so alt wie man sich fühlt“.

Das rief nun die stolzen Mathematiker auf den Plan:
„Die Einführung einer subjektiven Kommponente, Mann,
in ein objektivers Regelsystem von wissenschaflticher Präzision
ist völlig untauglich gemäß dem Lehrsatz von Einsteins Sohn!“

So stritt man sich in den gelehrten Kreisen,
das Treffen drohte ernsthaft zu entgleisen.

Da kam ein Vermittlungsvorschlag von den Internesten;
sie gaben letzte Forschungsergebnisse zum Besten:
„Der Mensch ist so alt wie der Zustand seiner inneren Gefäße!“
„Ooch nööö“ murrten alle andern, „der Mensch ist doch keine Schweizer Käse“.

Und man beschloss mangels Konsens, jedoch mit größerem Unbehagen,
das Thema aufs nächste Jahrhundert zu vertagen.
Wer da noch lebte von den Griesgram-Alten,
der sollte dann samt seiner Theorie schön recht behalten.

Bei genauem Hinsehen erkannte man- etwas abseits zwar-
eine gesellige Riege außerhalb jeglicher Disputgefahr.
Da vergnügte sich eine muntre, laut schwatzende Schar.
Man sah sie beim Essen, Trinken und Genießen
wie sie kurzerhand das Alter Alter sein ließen.
Sie freuten schon deshalb, weil sie mal nicht streiten mussten.
Es war- wie leicht zu erraten- die Gilde der Jurusten.

 

Leben wir in der besten oder der schlechtesten aller denkbaren Welten?

Leben wir in der besten aller möglichen und denkbaren Welten, wie es z.B. Leibnitz sieht? Oder ist unsere Welt die schlechteste aller denkbaren, wie es z.B. Schopenhauer sieht? Beides bedeutende Philosophen aus dem 17./18. Jahrhundert. Oder anders gesagt: Der Optimist postuliert, wir würden in der besten aller denkbaren Welten leben, und der Pessimist befürchtet, dass der Optimist Recht hat.
Dazu hat Voltaire eine wüste Geschichte erfunden, die sich „Candide“ nennt. Diese Geschichte hat L. Bernstein als Musical vertont.
Gestern Abend hab ich sie mir angeschaut und angehört. Als Schlussfolgerung könnte man so sagen: Für den, der glaubt, in der besten aller Welten zu leben, sind die schrecklichen Erlebnisse ein kleines wenig erträglicher, weil er meint, dass es genau so und nicht anders kommen musste; als ob es so eine Art Vorhersehung gäbe. Dieser Ansicht widerspricht aber krass der Grundannahme, dass der Mensch über einen freien Willen verfügt. Wenn alles vorausgedacht und vorgesehen ist, dann gibt es keine Schuld und keine wirkliche Entscheidungsfreiheit des Menschen. Und man fügt sich letztlich einem grundlegenden Fatalismus. 
Im Gegensatz dazu dient jedes Sich-Engagieren und jedes Verbessern-Wollen der Vervollständigung und setzt zwangsläufig voraus, dass bisher eben noch nicht alles vollkommen war. Oder anders gesagt: Da ist noch Luft nach oben. 
Die Lösung liegt im chinesischen Jing-Yang-Symbol: Es gibt Licht und Schatten, Vollkommenheit und Unvollkommenheit, und die ganze restliche Welt der Gegensätze, um zweierlei willen:
1, Einmal um unseres Bewusstsein willen; denn erst indem wir Dunkelheit kennen, erleben wir Helligkeit bewusst. Erst indem wir Kälte kennen, erleben wir Wärme bewusst. Erst indem wir die Grenzen kennen und Dinge nicht selbstverständlich zu (unserer) Verfügung und Ausbeutung stehen, werden wir uns des Wertes von etwas (klares Wasser, gesunde Lebensmittel, soziale Interaktion usw-) bewusst.
2, Zum anderen, damit wir darin unsere (Lebens-) Aufgabe erkennen und herausfinden, wo wir einen Anteil zur Vervollkommnung beitragen können. Bei Voltaire endet die grausame Geschichte nach vielem Leid und Nah-Tod-Erlebnissen so, dass der Held ein zufriedenes und glückliches Leben als Ackerbauer führt, der halt jeden Tag tut, was getan werden muss. Er macht sich keine Gedanken um Vollkommenheit oder Unvollkommenheit mehr. Oder anders gesagt: Ebenso wie das Leben einfach IST und die Natur einfach IST, so BIN ich auch einfach Mensch; und wenn ich meinen Beitrag zum Leben leiste und meine Arbeit in Übereinstimmung mit meinen in mir angelegten Talenten passiert, dann bin ich auch glücklich.
Es wäre alles eigentlich ganz einfach. So gesehen.

Mia san mia

Mia san mia

Heid gähds um an Strauß

Ned an Bleamestrauß, sundan um an Voglstrauß. Deasäim trogt an Kopf so hoch, dass ea si ois ganz wos bsundas fuid, und do steigt eam sei Dünkel gern an Kopf eini. Des is dessäibe bei de Großkopferten. Und manche vo da Zähesu. Und dann bleibd as Debakel ned aus. Hamma ja gseng.  Aba bleim ma moi bei de kloakopfertn Straußn.


Do ham se nämli a bor zura Blosn zsammado, hupfa stoiz in da Savanne umanand und peckan vo Zeid zu Zeid as Fuada vom Boon auf. Und wanns gnua gfundn ham, dann rauft oana: „Wo samma denn?“ Und olle andan ruffa zruck: „Do samma.“ Und da erste fragt weida: „Wos samma nacha?“ Und olle andan zruck (lauda): „Guad samma!“ Und da erste wieda: „Und scho?“ Drauf olle, so laut wias gähd: „Mia san mia!!!“ „Mia san mia“ weiterlesen