Vom Löwn-Kini (11)
Vorwort
Da ollagresst Kini – da Kini vo de Löwen
Oschaffa! Des deans gean, de Leid. Aba des hoasd no ned zwansleifig, dass des aa wos mid regiern z doan hod. In meiner Version vo dera Gschichd erfahrsd, wos da Unterschied zu frührar is. Und ganz neembei, wiasd vom Bua zum Mo weasd, vom Maxl zum Maximilian. Oda vom Nannerl zur Anna-Maria. Wia des med dem `Upgrade ́gmoand is. Und ollem voroo kapierst wos vom Leem; wei wodrum dass wirkli gähd is ned bloß, dass ma sein Stoiz aufblaad, sein Besitz vermehrt oda sei Eitelkeit pflegt, sondan dass ma seine Talente entwickelt und sie fia sich säiba UND füa die Oigemeinheit eisetzt. Nacha kimmd nämli a wengerl mehra Gerechtigkeit ind Wäid und du nutzt dei Kraft füa wos Sinnvois.
Do steckt oiso vui mea dahinda ois ma zerschd so glaabt; und deszweng schaung ma uns de Gschichd amoi von ara ganz andan Seidn o. Es is übrigens koa Schand, dasdas mehrmois liesd, weis dermaßen kompakt is, dassd beim ersdn Moi ned oissamt midkriagsd.
VOM LÖWENKINI
KINDHEIT
Am Maxl sei Kindheit häd ned bessa laffa kenna. Sei Muadda,
de brave Sieglind, hods eam an nix fäin lassn und hod schee
aufbassd, dass eam nix Schlimmms ned passiert. Voam
Rupprechd hodsn imma gwarnd: „Bass bloß auf, dei Onkel
Rupprechd, des is a rechda Schlawiner. Lass di nua ned mid
dem ei! Dea ziagd di üban Tisch, dass Leda krachd. Der is uns
nämli neidig, dass er ned säiba da Kini sei deaf.“
Am Maxl sein Vadda, den Kini Ludwig, hod er ned ofd gseng, wei der entweda in Dog nei dösd hod, oda sei Revier obklappert hod zum Nochschaung, ob oissamd sei Richtigkeit hod. Des bedeit, ob olle seine Regeln eihoidn. An Maxl hod a vo Zeid zu Zeid vasprocha: „Oissamd, was du vo hier aus siegst, des is unsa gweichts Land, des wo i vom Mustafa, meim Großvodda übatrong kriagd hob. Bis nauf zum Stoippara-Pass. Drüber naus iss saugfärlich, und do hint lauern jede Menge Schreckn, de wo i dir liaba ned vazäi. Jädnfois, innahoib samma sicha. Und soisd amoi mei Nachfolger wern, und de
Herrschafd otretn, dann deafsd üba olle deine Untertanen herrschen. Wünschn dada das“. Des hod am Maxl guad gfoin, und genau in dem Moment fliagt da Simmerl vorbei, so a Art Pelikan, und dea schnodert ganz aufgeregt: „Es sand a Hauffa Hyänen ganz in da Näh“. Da machd se da imposante Kini Ludwig auf, den ma übaroi Ludwig den Zerzausten gruaffa hod, wei der sei Mähne ned ganz im Griff ghabd hod, und an Frisör hod a ja ned ro lassn. Jädnfois spürt er de Hyänen auf und vajogds auf oan Schlog. Da Maxl war mächtig stoiz auf sein Vodda.
Am ollaliaban hoda aba mim Nannerl gspuid: Fangamandl oda Erdmanndln ausbuddeln oda Vastecka. Oamoi hod a sauba valorn, wei sa si ganz oom in am Baam vakrocha hod, und ea hod nua undd gsuachd. Ea war nämlich ganz schlecht im Kraxln. Oiss mögliche hod a gfundn, aba ned sei Nannerl. No zwoa Wocha spada hodsn dableckd: „Du oida Flacherdler“ (des san Leid, de wo glaum, dass de Erdn a Scheim is) „gäi, jetzt woast, dass ma dreidimensional denga muass, wann ma se auf dera Wäid weidabeweng wui“.
VERLUSTE
Da Ludwig da Zerzauste is aufm Fäisn am Abhang gsessen. Ea woid dortn sein Sonna-Undagang genießen, wiara des scho oft gemacht hod. Auf oamoi – wia auf Kommando – is ausm Gebüsch daneem a furchtbars Gschroa aufkemma. Des war vom Rupprechd organisiert, dea wo a Horde Hyänen zsammadrommed hod und vastecka hod lassn. Im offana Kampf war a eam ja undaleng, und deszweng hoda an Hindahoid aufgstäid. Und de Hyänen hod a vasprocha, dassa se fürstlich belohnt, bois eam häiffa, und dass in seim Reich de bestn Postn kriang wern. Da Ludwig da Zerzauste daschrickd vo dem Geheul und rutscht hindarucks an Abhang obi. Ea konn se zwar no anam Stoa festhoidn, aba noch drei Minuten lassd Kraft noch. Er bitt an Rupprechd: „Gäh, bittschön, huif ma doch auffi!“. Dea aba grinst bloß und pfeift sei Lidl: „So a Gelegenheit, dass i di loswerd, kriag i mei Lebdog nimma. Und außadem lockat si da Stoa, wosd de fesdkroisd“. Und so rumpens olle zwoa, da Kini und da Stoa, an Abhang obi. Vo dem Schlog hod si da GROßE KINI nimma dafangd, wei a se a Hauffa Knocha brocha hod und innere Verletzungen davon trong hod, vo dene ea dabluad is. Noch vier Stund is a elendiglich eiganga. Und da Rupprechd hod si denkd: `De Stäi muasama guad merka`.
Am Dog drauf, es war a wundascheana Deanstdog- Vormittog, hod da Maxl an Rupprechd troffa, dea wo grod mid am kloana Viecherl gspuid hod. „Do schaug hera“, ruafd eam da Rupprechd freindli zua, „i zoag da wos lustigs: Wannma dem putzigen Meiserl hint aufn Schwanz nauftritt, nacha machds Manderl! “ Und tatsächli, beim Rupprecht funktioniert des wunderbar. Des Viecherl richd se auf und wackelt mim Kopf. „Wannnsd wuist, schenkas da, do konnst deine Freind imponiern und sogar im Zirkus auftretn.“ Da kloa Maxl gfreid se unbandig und denkse: So a netter Onkel. Dea moands aba guad mid mir!, und ea schnappd se des Viecherl. Aba wiaras nochmacha wui und aufn Schwanz naufsteigt, draht se des Ding blitzschnäi um und beißt eam ind Pfodn eini. Da kloane Zäh is ob. Während da Rupprecht laudhois auflacht, jault da Maxl laudhois auf und humped zruck zur Sieglind. De daschrickd und sogd: „Um Gods wuin, du vabliadsd ma no. I hoi gschwind a bor Blatteln zum Vabindn.“ Wias fertig is frogdsn: „Sog amoi, wia isn des passiert?“
„Ja mei, da Rupprechd hod mia a so a Meiserl zum Spuin gschenkt, und des hod mi einibissn. Dawei war da Onkel richtig nett zu mia“.
„Aha, und wia hodn des Meiserl nacha ausgeschaut?“
„Es war ungefähr 50 Zantimedda lang, hod so grean-braune Schuppen ghabd und a Gebiss mea wiara Schnobe von am Vogel“.
„Du Glaache, des war doch dann koa Maus neda, sonden a jungs Krokodui. Do hosd a no Glück ghabd, dass ned no mehra ob is. Und dassd am Rupprechd ned traun deafst, hobi da doch eigschärft. Mia san ois Löwen zwar de Kings, aba mia san durchaus vawundbar. Und andane san -insbesondere im Rudel – uns übeleng!!“.
„Ja scho, aba warum hodn dann da Onkel Rupprechd mid dem Krokodui gspuid?“ wui da Maxl wissen.
„Wei der vui schneller reagiert ois du, und wann des Viech zuschnappt, nacha beist es bestenfois in sei Mähne nei, und dann machd eam des nix. Du hosd aba no koa Mähne, kloana Schlaumeier! Im übrign mussda scho ganz genau übaleng, mid wem dassdade eilassd. So, und jetzt isst wos, dass dei Wundn vaheiln ko und dassd wos gscheids weasd, nix bist scho!“ Des hod gsessen.
Andandogs frogdsn: „Sog amoi, hosd da an Luggi irgendwo gseng? Dea is scho drei Dog nimma aufdauchd! I brauchadn zum Jong, wei des Antilopenhaxerl vom letztn Freidog schon ganz obgfieselt is. Außerdem kannst amoi wos gscheids leana vo uns und ausm Gstrüpp zuaschaung! “
„Mama, i suachn glei“ ereifert si da Maxl, weil er sei Schartn auswetzn und si beweisn wui. Und schleinigst macht er si aufn Weg.
„Aba bass bloß aufn Rupprecht auf“, ruafd eahm sei Muadda no noch.
„Ja, ja, is scho rechd“ brummd da Maxl und humped davo. Er frogd a jäds Viecherl -außa de Krokoduis – noch seim Vodda. Aba koans woas wos genaus üban Vableib vo demsäim.
Er war scho kurz voam Aufgeem, do kimmd a Herdn vo Büffen ograuschd, und de Erdn ziddad wia vonam Erdbeem, und da Maxl vasteckd si flux hinta ram greßan Stoa. Wias vorbei san, heada a Stimm ausm Ungefähren: „Suchest du etwa auch nach unserem großen Könige, dem Ludewig dem Zerzauseten?“ Es war natürli da Rupprechd, der eam nochgschlicha is. Und seit er si ois da neiche Kini ausgeem hod, hod er si a ganz gschraubte Red zuaglegt. „Ich kenne seinön Aufenthalt. Üch zeigö dür den Weg. Folge mir nur nach. Aber halte Abstand!“ Und Maxl war ganz ogfixd und duad wia ogschaffd; aba er hod ned gspannt, dass des da Rupprechd war, wei der volla Staub war, und er zwengsm Staub und seina Aufplusterei ganz andane Stimm hod. Und aus da Distanz erkennt ern sowieso ned.
Genau üba dem Abgrund, wo da Ludwig da Zerzauste
obigstürzt ist, hoaßt da Rupprechd an Maxl hihocka.
„Sieh hünuntör! Erkennest du das dunkel-gelbe Föll deinös
Erzeugörs? Er ruhet sich aus und wartet auf düch“.
Und da Maxl schaugd verunsichert obi, und an der zerzausten Mähne erkennt er sein Voda. Boi er auffi gschaugd häd, nacha häd a scho de Aasgeier gseng. Doch bevor er si ein Reim auf de Gschichd macha ko, kummd eamda Rupprechd zvor und sogd: „Du wüllst ihn sichörlich besuchen“. Und scho gibda eam an Schubsara, dassa Maxl an Abhang obirutschd. – So, denkt se da Rupprechd, de Bagasch samma los. Meiner Herrschaft stäht nix mehr im Weg. Vor mir soins ollesamd as Fürchtn leana.
Da Maxl indess is ned obikullert wia da Ludwig, sondan kimmd auf seine intakten Hintahaxn und machd an Satz noch vorn, sodass a obifliagd. Und wias da Zuafoi wui, landt er auf am Ast von am Bananabaam. Jetzt isa in da Luft ghängt, da Flacherdler. Und hod koan Rod ned gwusst, wiara do jemois runter kemma soidad. Und hod ganz jämmerlich zum Wuiseln ogfangd. Ned arg lang, wei d Sunn erbarmungslos auf eam obischeint, und da is eam de Käi austrocknet. Außerdem hod de Kraft nochlassn, mid derer si am Ast festghoidn hod. Schließlich is er ohnmächtig worn und hod si oafach foin lassn.
LEHRLINGS-JOHR
„Do hosd nomoi a Riesnschwein ghabd“, sogd a riesigs
Warzenschwein, des wo midsamt seiner Familie um eam
rumstähd. „Mia ham scho fast glaubd, du warst vadurschd“.
Sowia da Maxl wieda aufgwacht is, findt er si auf ara Matrazn
und is umringt vo am Rudel Warzenschweinderl, de wo an
eahm rumschnuffen. „Brauchst koa Angst ned ham“, sogd dera
Anführer, „des ghead zu unsam normaln Gruaß. Und übrigens,
deaf i voastäin: I bin da Wastl“.
„Ja, wos isn eingli bassiert?“ frogd da Maxl ganz benomma.
„Mei, da Rab Korbinian hod ma vo deim Unglück vazäid,
nochdem er di jammern ghörd hod. Und dann samma gschwind
zu oam vo de Bananenpflücker seina Hüttn zong und ham vo
eam de zwoa Matratzn quasi ausglieha. Und kurz drauf bisd
scho obgstürzt. Hoffentlich weich gnua glandt!“
„Ach ja, danke, angenehm, und I bin da Maxl. Und langsam
dämmerts ma wieda. I woid mein Vodda bsuacha, bin aba oom
vom Hang ausgrutschd. Nur a Sprung noch vorn ins Ungewisse
hod mi grett. As Bläde war nur, dass i mid meina lädiertn Pfotn
von am Baam ned obikraxln ko. Und do droom iss sauhoaß
worn. Und übrigens: Des is da drüm, des is da Ludwig, da
Zerzauste, da Kini vo de Löwen. Schlaffd a no?“
„Wer? Dei Voda? Naa, des glaub i ned, dass der bloß schlafd“,
moand da Wastl mitleidig. „Schaug amoi auffi an Himme, na
siegsd wos Schwarz rumkreiseln. Du bisd hoid doch no a
rechda Flacherdler. Wannsd wuisd konnsd durchaus higeh und
di verabschiedn. Mia ramma dawei de Matratzn wieda auf, aba
trink vorher no de Hoibe Kirschsaft, damitsd wieda aufd Füaß
kimmsd“, kommandiert da Wastl.
Da Maxl trinkt und krabed nüba zu seim Voda. `Heid is irgendwia ned mei Dog ́, denkd a se. Er hockt se nebam Leichnam nieda und vaweilt a Stünderl. Dabei bemitleidt er si öfta: Und des is ois mei Schuid; weil i ned auf mei Muadda ghead hob. Und zmoi san Tränen in eam aufgstieng. De hod a aba glei wieda obidruckt, weil er moand, dass ma da dro sei Schwäche erkenna ko. Und ma muas doch stark wern, hoassds, wannma groß sei wui, oda?
„Oh mei“, head a a Stimm an seim rechdn Ohrwaschl, „so wead
des nix. Du duasd ois, damitsd dei Kraft valierst anstatt
dassdas gwinnsd!“
„Hä, wer bistn du nacha?“ frogd da Maxl sein neia Bsuach.
„I bin de Libäin Lisbeth, die Stimm von deina Intuition“.
„Heid is a ganz schee varuckta Dog. I kim vo oam Schlammassl
ins andane“.
„Des erste is“, kontert de Lisbeth drauf, „du soidadsd froh und
dankbar sei, dassd übahaupts no lebsd. Und dassda im
Wesentlichn guad gähd. Zum drittn hod des so sei miassn,
weisd sonst nix rechds leanst. I hob di scho frühara bsuachd,
aba do hosd mi ned wohrgnumma, oda sogar noch mia
gschlong“.
„Oh Jesas, des war ned gscheid, gäi? Und wia gwinni nacha mei
Kraft?“
„DES is a langa Weg. Du kimmst zu deina großn Kraft, indem
dassd da Moasta vo de vier Grund-Elemente weasd, oiso Feia,
Wassa, Lufd und Erdn. Nacha weasd a ra weisa Kini, wos zu
deina Bestimmung ghead. Des hosd ja scho vo deim Voda
ghead. Aba an Weg do hi hod a ned gwussd und dir aa ned
zoagd. Doch znachst muassd aufhean, dass di schuidig fuisd fia
Sachan, wosd nix dafüa konnst. Zum Beispui am Tod von deim
Voda. Der is ganz normal abgstürzt, des siegsd an dem Fäisn,
der wo daneem liegt. Du behinderst dei Kraft mit deim
Schuidgfui. Warum der abgstürzt is, des is wiedar anandane
Gschichd. Er hod hoid ned auf sei Intuition ghead, und do is in
an Hintahoid vom Rupprechd kemma. Woasd, mid rein
körperlicher Kraft alloa iss ned do! Aba bevor i di langweil, fliag
i wieda weida“.
„Naa, hoid, bleib no a weng! I wui no mehra vasteh“.
„Guad, nacha mach i weida. Ohne de vier Moastaschafdn und
Intuition waarsd du a mehr oda weniger oaschichtiga Kini
worn, wia scho 20 Generationen vor dia. Oiso, i bin dei Feia- Moasta, de Intuition. Boisd mi ois an Moasta ruafsd, nacha bin i de Moasta Elisabeth, gäi? Und stör di ned dro, dass jetzad modern `Moastarin ́ hoassn soi, weil i a Wei bin, nämli de Elisabeth, dei Intuitionsmoasta. Wannsd da Moasta vo deim Leem bleim wuisd, bauchsd mi ois dein ständigen Begleiter“. „Des is mir ganz nei“ .
„Vo mir leansd zu deina inneren Wahrheit kemma, de Demut am Leem gengüba entwickeln, Spiritualität entdecken, echde vo unechde Werte zum unterscheidn, ganz alloa fia di richtige Entscheidungen zum dreffa, gewissermaßen an innan Kompass zum hom und dodamit aar a innas Glück vaspüan und a Zfriedenheit daleem; zum richtign Zeitpunkt am richtign Ort zum sei und genau des doa, wos dir und da ganzn Wäid guad duad“.
„Booh, des a ganza Hauffa. Und wos lean i mid de andan drei?“ wui da Maxl wissn.
„Oiso guad. Dein Erdnmoasta hosd ja scho kennagleand, des is da Sebastian, des Warznschwein. Bei dem leanst ois, wos mid da Materie z doan hod und wos dein Körper betriffd und wiasdn gsund dahoidsd. Do damid kriagsd a Säibstvatrauen. Und du leansd, dass du grundsätzlich bedürftig und auf dei Umwäid ogwiesen bisd. Oiss auf dera Wäid is begrenzt, ara as Leem, und dass da Doud zum Leem ghead, und dass des nix Schlimms is.
Vo dem Lufdmoasta hosd scho ghead, des is da Rab Korbinian. Der hod di im Bananabaam lieng gseng und an Sebastian vaständigt. Vom Korbinian leansd ois, wos mid Denga, Vanunft, Vasteh, Wissn, Kommunikation, Kombiniern und Logik z doan hod.
Nacha fäid no dei Wassamoasta. Den findst drüm beim Teich. Des da Frosch Vroni. Zum Glück ham de Menschen den Teich no ned gänzlich zuagschütt. Wei, wann de a Landschaft zur Monokultur macha und de ganze Vuifoit an Boch runter gähd, nacha wead ois pladderd gmachd und ausm Weg gramd, wos an Traktor stört. Und dabei vatreims de Viecha vo ihram Platzerl, wannses ned grod schindn, schikaniern und ausneema; stäi da voa: boid oa Million Artn vo Viecha und Gwachs hamma scho valorn. Und nix is sicha voa dera Plünderei. Jädnfois bringa se de Viecha, wo se am bestn obassa kennan, noch draußd; de suacha se a neiche Umgebung, des san de Generalisten. Aba de Spezialistn bleim auf da Streck. Ach ja, und übrings, dei Intuition vasprichd da ned automatisch as ewige Leem. Du lebst klarer, gsünder, stärker, ruhiger, konzentrierter, balanzierter, intensiver und bisd voi ausgfuid bei dem wosd duasd. Aba du woasd aa, wanns Zeid zum Sterm is. Und dann erlebsd an Toud nur ois an Übagang, genauso wia dei Geburt aa ra Übagang war. Du soiddadsd heid ned vom Unglück, sondan vo deim Glücksdog reen, weisd deine ganzn Häifa kennalerna konnsd, desd fia dei innas Glück brauchsd. Und am End hosd a Vaständnis fia oiss auf dere Wäid. Und du konnst eischätzn, wer wos wann brauchd, dassa weida kimmd. Aba zruck zur Vroni. De bringd dir oiss bei, wos mim Gfui zsammahängd und dei Säi beschäftigd. Deine Emotionen, de Vuifoid vo deine Befindlichkeiten und wos dei Leidnschaftlichkeit weckd. Und wos für wäiche Nama du dem geem konnsd. Und jetzad gähsd umi und ruafsd as, wei füa heid hob i da scho gnua beibrochd“. Und so fliagd d Lisbeth davo in Richtung Teich.
VOM RICHTIGN GFUI
Da Maxl schlürfd in genau de Richtung, wo d ́Lisbeth odeit hod, und wiara okummd denkd er se: `Wos, is des oiss, de lausige Lacka? ́ Und er wart geduidig, dass se wos rührd. Zwischendrin ruafd ea noch da Vroni, aba es bassiert nix. Des hoasd, a ganza a Hauffa andane Artn, wia Vegl, Insektn und Fisch schwimma oda graaben vorbei, pfeiffa ihrane Liadln, brumma oda grüaßn lautlos den neicha Bsuach. A bor Mongdratzer fangd a se zum Omdessen, z.B. Heischreckn, und legd se enttäuschd zur Ruah. `Leichd hod ma de Lisbeth an gscheidn Schmarrn vazapfd ́ denkd a se. De mondlose, dunkle Nachd valaffd rechd unruhig, weil ea vo de vuin unbekanntn Geräusche ofd aufschreckd.
Am näxdn Dog schleichd er a bor Dutzend Moi um da Lacka und wui se vatroin, do siegd a säidsams Bleame und schnuppert dro. `Riachd siaß, wiara Stückl Himme, und eindringli wiara Warnung, und vaspuid wiara Nachmittog mim Nannerl war ́, nimmd er wohr. Do hupfd de Vroni ausm vadeckdn Unddalaub und ruafd eam zua: „Na endlich, dass du amoi vo deim ewigen Gedankensuri und dem Wuin weggakimmsd war ja hächste Zeid. Mia kemma nua in Kontakt treen, boisd im Gfui bisd, und ganz und gor im Gfui bisd. As
Gfui is dei ganz persönliche Antwort auf des, wos in deina Umgebung bassiert. Und do dafia muasd da zerschd amoi Zeid nehma, dassdas übahaupts registriersd, und nacha Verantwortung dafüa übanehma. Gestern woids mi herzwinga, mid dem Wuin, und das gähd natürli ned. Du konnsd me mid deim Gfui eiloon. Und dann bin i zur Stäi. Oiso. Bisd bereit? Nacha fanga ma o!“
„Ach so“, wundat se da Maxl, „ma miassad oiso bloß an Kopf ausschoidn“.
„Naa, ned ganz“, antwort de Vroni, „du brauchsdn schono, aba andas: nämli zum oafachn Wohrnemma. Ned zum Bewertn, wia gestan, wo dei ersde Reaktion auf mein Teich a Abwertung war, woasd no? Du hosd gsogd: Is des oiss, a so a lausige Lacka! Und dawei hosd da ganzn Viecher, de wo di mid Liadln und Brumma oda sonstwia begrüaßt ham, komplett übaseng. Und hosd natirli koan Kontakt dazua aufbaud, weisd dei Gfui behindert hosd, genauer gsogd, undadrückd hosd. Ned wohrgnumma, bestnfois registriert. Des glangd aba ned. Und neembei gsogt is nur no de Lacka übrig bliem, wei d`Leid an Großteil zuagschütt ham, damit dass eahnane Plantagen obaun kennan“.
„Aba gestan hod mia da Korbinian gsogd, dass i vo meim Gfui
Abstand nehma soidad“, kontert da Maxl.
„Do vawechselst aba wos ganz gewaltig“, korrigiert de Vroni,
„du soisd nua fia deine eigna Gfui grod steh, und ned di fremde
Gfui ausetzn. Du soidsd Nama füa deine einga Gfui suacha, ned
dir fremde aufloon, erst rechd ned schuidig fuin fia Sachan,
wosd nix dafia konnsd“.
„Hm, und wos waarn dann meine einga Gfui gwen“?
„Guad, i setz dir ausanand: Du warst ratlos, verunsichert,
huiflos und a weng deprimiert, stimmts?“
„Ja, richdig, jetzt wos das sogsd. Und traurig“.
„Genau. Und wos hosd draus gmachd? Du hosd deine Tränen
unterdruckd, wos de passendste Ausdruck füa deine Gfui
gwenn waar. Und do damit hosd di vo deim Gfui komplett
obgschniddn. Ois ob a Mo koa Gfui hom deaf. So a Blädsinn!
Merk dir oans: Fiar a echds Gfui brauchd ma se niamois ned
schaama. Es kimmd vo säim, und gähd vo säim. Vo ganz alloa.
Und dei Aufgab is nua, es so genau wia möglich zum
Wohrnehma. Und wannsd an guadn Freind hosd, nacha
konnsdas eam benenna. Nacha gibsd eam de Gelegenheit,
dassa di bessa vastähd. Außadem kriagsd mim Benenna an Abstand vo dir, und muasd di ned glei mid am jädn Gfui identifiziern. Dei Person is mehra ois wias Gfui. Und nacha konnsd a vui bessane, ganz persönliche Antwortn findn und muasd ned unbedingt sofort auf oa oanzigs vo deine Gfui unmittelbar reagiern. Du muasd leana zum agieren, ned reagiern. Boisd natirli in a lebensbedrohlichn Lage bist, muassd sofort reagiern, und des machd dei Instinkt. Wia zum Beispui, wosd beim Obirutschn vom Abhang an Sprung gmachd hosd und aufm Ast glandt bisd. – Fias Gfui dageng brauchsd imma Zeid. Und des is- i gibs unumwund zua- des is a Arwat. Zum Lohnd dafia weasd imma lewendiga“.
Da Maxl machd an letzt Einwand: „Aba gestan ombds, do hob i
doch a Gfui ghabd, wo i sauer auf di Lisbeth war“.
„Do vawechselsd wieda wos“, gibt de Vroni zruck, „du warst
vaärgert weisd glaubd hosd, de ELisabeth häd di gleimd. Aba
du hosd dei Vaärgerung nua denkd, und ned richtig gspürt wia
dei eings Gfui. Wannsd dir de Lisbeth so genau wia möglich
voagstäid hädsd, und ihra Stimm nochghead hädsd, und di in
de Stimmung vasetzt, wos dia vo mia vazäid hod, nacha hädsd
schnäi gschpannd, dass de scho rechd ghabd hod; und dass an
wos andam lieng muass, wannsd mi ned triffsd. Do is dia dei
Kopf in die Quere kemma. Du muasd scho deim echdn Gfui
traun, und ned dem eibuidn“.
„Aba s glangd doch wannma woas, obs oam guad oda schlechd
gähd“
„Naa, des glangd bei weidm ned! Wei des vui z obaflächlich is,
und do damit kimmst nia ned in dei Herzenskammer eini und
zu koana echdn Freindschaft. Damit, dass de a andara vo innen
raus vastähd, muasd scho genauer sei. Setzt natürlich voraus,
dass da anda zuahäan ko. I gib dir a bor Beispui, wos ma sei
ko: verärgert, enttäuschd, unruhig, nervös, daschrocka, sicher
oda unsicher, verängstigt, niedagschlong, blamierd, belästigd,
vazweifed, wütend, greizt, neigierig, offen, ogschpannd, miad,
aufgregd, konzentriert, obagnudelt, valetzt, interessiert oda
ogregd. Und es ko durchaus vorkemma, dassd sogor zwoa
widersprüchliche Gfuis nebanand hosd“.
„Ach, so is des“, sogd da Maxl bedauernd, „nacha hob i scho a
Menge vabassd“.
„Konnsd ja nochhoin. Und boisd mi oisan Moasta ruafsd, nacha
bin i dei Moasta VERONIKA, gäi?“.
„Is guad, Moasta Veronika, wos deama jetzt?“
„Mia genga ma a bor Stationen vo deim Leem durch, und mia
suacha noch dem passendsten Ausdruck dafia. Es kimmd
draufo, dassd an möglichst genauen Ausdruck fia deine Gfui
findst. Füan Ofang,, dassd ned Angst mid Furchd vawechselst.
Es gibt siem Grundängste, de wo si durchs ganze Leem ziang
kennand:
– de Angst, dassd ned gnua bisd und deine Bedürfnisse,
Talente und Meinungen nix zäin
– de Angst vor Lewendigkeit und dassd de Kontrolle valierst;
dann sabotierst di quasi vo säim
– de Angst vor Wertlosigkeit, dassd zwenig Aufmerksamkriagst
und dassd du am ganzn Unglück schuid bisd, wia vorhin beim
Doud vo deim Voda
– de Angst vorm Unberechenbaren, Unbekannten und vor da
Veränderung
– de Angst vorm Mangel und vorm Zkurzkemma, vorm
Vergeuden vom Leem
– de Angst vor Verletzungen und dassma ignoriert wead“.
– de Angst, dass ma wos vabassd
A Furchd dageeng is imma konkret und oft berechtig, zum
Beispui dassd bei am Gwittter im freien Fäid vom Blitz troffa
weasd. Oda dassd im steilen, stoanigen Gelände obstürzt,
wannsd ned sakrisch aufbassd.
Noch etliche Wocha mid vui Nochgspürn, Lacha, Tränen und
Herzlichkeit vaabschied eahm de Vroni: „So, und denk dro: Vo
jetzad ob guid: Sei dir in jädm Moment bewusst, wos di für a
Gfui begleit! Und dass as Gfui is, wos di mid deina Umgebung
vabindt, zum Beispui mid wemsdas grod zum doa hosd. Und
wannsdas ned genau woasd, nacha kimmsd zu mia!“
VOM ZUI OBKEMMA
Drei volle Johr lernd da Maxl vo seine vier Moasta.
Zmoi wui ar an Wastl suacha, weila moi wieda wos Gscheids im
Mong brauchd. Wiara so dahi trott, ruafd ar an Korbi: „Hey,
Moasta Korbinian, konnst du mia song, warum des in dera
Nachd, bevor id Vroni droffa hob, so duster hod sei miassn?“
„Dafia gabs zwoa Gründ: Oamoi, weisd im Dumpern weniger
obglenkt vo dia säiba bisd, und zwoatens, weisd de prima
Gelegenheitd ghabd hosd, an neicha Abschnitt vom Leem zum
ofanga, und wos Bessas ois an NEIMOND gibds doch gor ned
dafia. Siegsd, außen und innen bassn scho zsamma, wannsd as
vastähsd zum Deitn, gäi?“.
„Dank fia dei Huif“, sogd da Maxl, „und jetzad brauchad i an
Moasta Sebastian“.
Zuafällig kimmda an da Hüttn vom Bananenpflücker vorbei und frogd si: `Is eingli a Menschnfleisch genießbar? Oda san de so volla Chemie, dassdar an Mong vadirbst und a Lebervagiftung davo tragsd? ́
Doch bevor er a Antwort kriagd kimmd da Bananen-Schufdara aussa und lod eam ei: “I hob grod a bor durchbrotne Ripperl und a bor Maiskoim aufm Rost. Mogsd di zuawahocka und midessn? Zum Tringa hob i leida nua a Wassa vom Grand draussd, aba am Sonntog gibds an Dunkln Bock. Direktimport aus Bayern“.
Des lassd se da Maxl ned zwoamoi song und eam laafd schos
Wassa im Mund zsamm.
„An guadn“, wünscht eam da Arbeiter, „und i bin übringens da
Hias“.
„Angenehm. Und i bin da Maxl. Bisd du der Hias, vo dem mia
da Wastl de Matratzn ghoid hod?“ wui da Maxl wissn.
„Ach, de Warznschnüffler warn des. Wei i mi scho gwundat
hob, warum mei Unterlag am Omd so schepps in da Landschaft
liegd. Wuisd do bleim bei mia? Soisd as ned berein. De
Matratzn kennsd ja nacha scho. Und nochm Essn deama
Boispuin“.
Da Maxl lernd schnäi wia ma anständig issd, und vor allem, wia
ma gschickt mid dem Boi umgähd.
Da kimmd dem Hias a pfundige Idä: Der Löw lassd se leichd
dressiern! I bring eam a bor Kunsstückl bei und mia treten im
Zirkus auf! Und an jädn Omd nochm Essn hams eahnan Gspaß,
und da Maxl beherrschd imma bessa des runde Spuizeig.
Undadogs, boi da Hias beim Arwan is, langweild er si. Und noch
zwoa Monat ruafd er de Lisbeth: „Hey, Moasta Elisabeth, i
brauch dein Rod“!
„JA, zur Stäi. Klappd doch scho ganz guad mid uns zwoa.
Siegsd, Übung machd an Moasta. Wos konni füa di doa?“
„Da Hias, oiso, bei dem i grod leb, der wui mia wundaliche
Sachan beibringa. Es is zwar ned grod gmiatlich bei eam, aba
es gähd ma ausgezeichnet. I hob oiss wos i brauch. Aba du
hosd doch gsogt, mei Bestimmung is as Große Königtum, ned
wor?“
„Naa, du hosd ned ois, wosd brauchsd“, widasprichd eam de Lisbeth, „du hosd koan Kontakt zu deine Freind, du langweilsd di gründlich, du hosd koa Freiheit, du fuisd de unwoi und du hosd an Kompass valorn. Wui hoaßn, du vaplempast dei Zeid mid Ablenkungen vo deim Zui. Aba in oam gib a da rechd: De Freiheit is imma a Risiko, und valangd gelegentliche Entbehrungen. Du muasd de scho entscheidn, wosd nacha hiwuisd. Frog doch an Hias, wos ea eingli mid dir vorhod!“
Und schwubs, weg iss wieda.
Am Ombd, wia da Hias vo da Arwad hoamkimmd, und mim
Boispuin ofanga wui, frogdn da Maxl: „Hey, Hiasl, sog amoi,
wos soi des eingli mid uns zwoa amoi wern?“
„Is doch klar wiara Sonnastroi“, antwort der, „i lern dia a bor
Kunststückln mid dem Boi, und in drei Monat gehma in Zirkus
eini, do vadean i doch vui mehra ois wia ois Plantagen-
Schuftara. Warum frogsd? Gähd da wos ob, Maxl?“
„Hm, i muas da wos song. Es is zwar bei dir ganz nett, bloß, i
draam vo meina Zukunft ganz anders. Ois Löwenkini. Woasd
scho, von am großn Kinireich, droom im Oberland. I fui mi bei
deina Gschichd zwar gschmeicheld und ganz guad umsorgd,
aba irgandwo aa übaganga, okedd, aufm foischn Postn. Morng
frua nochm Frühstück muasa de wieda valassn.“
„Ja mei, wannsd moansd“, sagd da Hiasl drauf, „dann dua wos
füa di richtig is. Aba schod is scho, des mid uns zwoa hädda ma
ganz lustig voagstäid. Des war a einmalige Gelegenheit“.
„Ja, leichd scho, nua waars a weng oaseidad gwen“, moand da
Maxl, „und auf Dauer gähd des ned guad. Glaub ma“.
„Ja, ja, vastäh i scho“, schliasd da Hias des Gespräch ob, „mia
duads hoid leid, dassd gähsd, weil i mit dir a nette Gsäischafd
ghabd hob, a Perspektive fira bessane Zukunft und an wirkli
gspaßign Zeitvatreib“.
Wiasase am naxdn Dog vaabschiedn, de zwoa, foid am Maxl ei,
dass a ja a jäde Nachd auf dera Matrazn gschlaffa hod, de wo
eam as Leem grett hod, und dassa a zeitlang umasunst glebd
hod; und er bedankd se dafüa beim Hiasl. Scho alloa, wei eam
de Moasta ELISABETH beibrochd hod, dass a DANKBARKEIT
wos ganz Elementars und Wesentlichs is, wannma mid sich
säim und mim Leem ins Reine kumma wiu. Dafia gibts glei drei
Gründe: Erstens, weima damit quasi automatisch ins Positive
Denga kimmd, zwoatens weima se in da Zukunft leichda duad,
seine Wünsch erfuid z kriang, und drittens wei si da
Empfänger, jetzt z.B. da Hias, gewürdigt fuid. Demnoch foid da Abschied eingli ganz herzlich aus.
ERKLÄRUNGEN
Auf da Wanderschaft in Dog nei ruafd ar an Korbinian: „Hey,
Moasta Korbinian, konnst du mia song, warum i auf n Hias, auf
so an Halodri, reigfoin bin?“
„Ja freili. Oamoi, wei dir as Schicksoi imma Prüfungen
obvalangd, obs da mid deim Zui a wirkli ernst is, und du di
imma drauf bsinna muasd. Und zum andan hosd midm Gesetz
vom Ausgleich Bekanntschafd gmachd, wei dar as Schicksoi
ofdmois nur zruckspuid, wos du aus zuvor ausgspuid hosd.
Schaug, dir fäid doch a Zächan. Und des war, weisd mid a
andan Kreatur – in dem Foi am Krokodui – nur rumspuin
woidsd. Des is a Mangl an Respekt. Und jetzt woidd hoid da
Hias mid dir nur rumspuin, aa aus Mangl an Respekt. Und am
End hosd eam zwar koan Zächn abbissn, aba du hosd eam a
Stück Hoffnung auf bessane Zukunft wegbissn. Oiso, dir
bassierd, wos du andane odo hosd. Des Gesetz funktioniert aba
ned ganz so oafach wias ausschaugd. Es häd genauso guad sei
kenna, dassd vo dem Krokodui durch bestimmde Umständ a
zeidlang zwunga worn waarsd, sei Knechd zum sei. Sei froh,
dassd relativ glimpflich davo kumma bisd.
Und dei obbissana Zäch soi di dro erinnern, dass aa a Löw verletzlich is, dass as Leem begrenzt is und de Natur ihra eigane Gesetzlichkeit hod, wo du di danoch richdn muassd, wannsd übalemm wuisd. Du konnsd aus am jädn Ereignis wos nützlichs füa di leana“.
Und auf amoi schoid se sei Mosta Elisabeth ei und unterrichd eahm: „Bass guad auf, wosd denksd! Denn letztlich wead aus dir, wosd denksd. Es gibd koane Vaschwörungen, wo dia ebban as Leem vasauern wui. Du konnsd da nua säiba im Weg steh mid deina Negativität, oda Engstirnigkeit, Verbohrtheit, oda Kreisln (oda Grübeln) um vagangane Ereignisse, vor allem vermeintlichs Unrecht, usw. Soboid dir a Gedanke kimmd, densd scho kennst oda der di obaziagd, dann schiabn wegga. Lass nur neie Gedanken im Hirnkastl Einzug hoidn. Zum Trainiern vo dem Ganzn brauchsd a Übung, vor allem zum Abschoiddn, und de kimmd z.B. mid da Staadheit. Oda wannsd de mid olle deine Sinn in da Natur aufhoidsd und ned durch andane Gedankn obglenkd bisd. Oda wannsd mid olle deine
Sinne und deim ganzen Körper Musik machsd und nix andas dabei denksd. Oda a Handwerk, wosd di säiba einileng konnsd. Hoid bei ollem, wosd mid Haut und Hoor dabei bisd. Und zum rausfinden, wos am bestn zu dir bassd, brauchsd natürli dei Gfui und dei Intuition. Dei Gfui sogd dir, bei wos du di am Woisten fuisd, wos di am meisdn ausfuid und di zfriedn machd, wos dei Leidenschaftlichkeit weckd. Wo dir sozusagen as Herz aufgähd. Und de Intuition sogd dir, wosd suacha muassd. Und ned a jäda Schuss is a Treffa. As Suacha und Irrwege ghäan aa dazua“.
Zwäif Wochan drauf fassd da Moasta Elisabeth des bisherige Lerna folgendermaßen zsamma: „Woss im Osten gern ois Leem im Augenblick oder Aufmerksamkeit beschreim, hod mehrane Ebenen. Des oane sand de Wahrnehmungen vom Körper, oiso wosd siegsd, häasd, riachsd, gspürsd, wia dein Atem und dein Herzschlog gähd. Des andane sand de Wahrnehmungen vo deina Säi, oiso wosd fuisd, wos di beschäftigd, deine jeweiligen Befindlichkeiten. Des dritte sand deine Gedanken und deine Motivationen. Wannsd dir de Müah machsd, ollem dem so genau wia möglich zum nochgeh, nacha bisd automatisch im Moment. Und nacha weasd aa automatisch bewusster. Und dir wead bei dem, wosd schaffst, a Inspiration geschenkt und du bist in dem Sinn vo innen raus kreativ. Des Ganze hod koa End. Und weis ebbas gibd, wos üba di no nausweist, und wei du vo dir säim an Abstand brauchsd, scho alloa zwengsm Überblick, gähsd vo Zeid zu Zeid in de Staadheit. Und in de innare Sammlung. Des eingli oiss, wann mas aufn Punkt bringa wui. Schwar gnua“.
MAXL UND NANNERL
So gähd de Zeid und da Maxl lernd vo seine vier Moasta, da
Elisabeth, am Sebastian, da Veronika und am Korbinian, sovui
er nur ko. Wann a ned grod auf da Jagd is, laafd a gmiatli dahi,
trainiert seine Kräfte, ruad se aus und dauchd dabei ganz und
gor in sei Umgebung ei.
Doch auf amoi rennda so schnäi eahm de Pfodn trong zu seine
Freind. De pfeiffa ganz schrill und plärrn aus vollem Hois, weis
von am großn Reiba ogriffa wean. Da Maxl stäid se zwischn se
und am giftign Ogreifa. Er fauchd den Feind ganz aufbrochd
oo: „Hey, bisd total depperd?! Meine bestn Freind a so
zuasetzn? Nix Blädas foid da ned ei, oda? Und übahaupts, wo
kimmsd du denn her, und wer bistn nacha?“
„Ja mein Gott“, vateidigd si a obgmogerte Löwin, wo ma scho
olle Rippn oanzen siegd, „a hungrigs Wei weri hoid sei. Drom,
wo da Rupprechd da Knechtara herrschd, is nur no d Häifde
übrig bliem. Do hod si Schreckn, Angst und Bang ausbreit. Wos
des no füra End nehma soi? Na ja, und jetzad bin i hoid
obakemma“.
„Hä, wos sogsd du do?“ frogd da Maxl noch, „Rupprechd da
Knechtara? Is des ebba mei Oheim, der wo mi an Abhang obi
gschubst hod vor sechs Johr?“
„Des ko scho sei. Der hod wia gsogd fasd d Häifde
zsammagreibat mitsamt seina Bagasch, de Hyänen.
Rücksichtslos. Und as meiste nur zum Gspaß, ned weila ebba
Hunga ghabd häd. Und demnach bisd woi da Maxl, gäi? Vo dir
hod a rundum vazäid, du waarst genauso umkemma wia dei
Voda. Und dass de de Aasgeia ghoid häddn. Dass du lebst is
Wunda, oda?“.
„Ja, richtig“ sogd da Maxl ganz vadadderd. „Aba mei Voda is
tatsächlich hi. I ko da seine Boandl zoang. Vo meine Freind hob
i undda anderem glernt, dass as ganze Leem a Wunda is, des
ma respektiern soi. Und dass si a jäds nua nimmd, woss
unbedingt brauchd, ned oafach zum Gspaß. LEEM UND LEEM
LASSN, songs oiwei. Und da Stimm noch bist du ja as
Nannerl!“ foid am Maxl auf oimoi auf, „Jetzad merkis erschd.
Des gfreit mi, dass mia uns wieda troffa ham. Aba wias dort
oom zuagehd, des head se grausam o. Machd mi ganz
fuxdeifiswuid. Des hod da Rupprechd bestimmd vo de Leid
obkupferd, de wo sie oftmois ganz genau a so aufführn. Nix wia
ausbeiddn und ausplündern, schikaniern, traktiern und
drangsaliern. Dua ma uns zsamm, dass man vatreim?“
„Ja, so a Zuafoi. Da leibhaftige Maxl“, reibds se `s Nannerl de
Aung, „hob di de ersdn zwoa Johr schwar vamissd. Oiso,
zwengs meina kemma uns scho zsammadoa. Vatreim ma den
greislign, durchtriebna Despotn. Aba wos isn gwunna, wannsd
as du genau a so machsd, soboid du de Herrschaft übanomma
hosd?“
„As Regiern is mei Bestimmung. Und meine Freind hamma
beibrochd, dass MEI Herrschaft oane mid WEISHEIT und
GERECHTIGKEIT wead. Des hod mid Vanumfd, mid Gfui, mid
Intuition und Kontakt zur Erden zum doan. Deszweng war i ja
so aufbrochd, wiasd du de zwoa ogriffa hosd, vastähsd? Wei
des san zwoa vo meine Moasta, da Wastl und da Korbi.“
„Aha. Klingd ja richtig spannend. Und wia kimmd ma zur
Bestimmung?“ wuis Nannerl neigierig wissen.
„Ui, liabs Nannerl, des is a längara Weg. As Wichtigste is, dassd
dei Intuition entdecksd und auf de konsequent heasd. Da Rest
kimmd na scho so nochanand. Bei mir is des de Stimm vo da
Lisbeth, mei Moasta Elisabeth, a ganz quirlige Libäin. Ois
nächsts hosd de Aufgab, deine Talente zu entdeckn und zu
perfektioniern“.
„Aha. Und wia kimmi nacha zur Intuition?“
„Indem dassd dir a ganz ruhigs Platzerl suachsd, di ned
oblenka lassd und noch innen heasd. Sozusong in de Staadheit
und innare Sammlung gähsd. Wannsd Glück hosd, fliagd da
wos ins Ohrwaschl wia bei mir. Oda dia draamd wos
Bedeidsams.“
„Mhm. I probiers. Aba znaxd hob i an ganz narrischn
Koidampf“, benzd as Nannerl an Maxl oni, „deszweng bin i ja
runtakemma. Wann i ned elendigli zgrund geh wui, muasama
wos suacha“.
„Guad. Dann schaung ma zerschd noch am Erdnmoasta fia di“.
„I wissad oane“, grunzd da Wastl, der de ganze Zeid daneem
zuaghead hod, “mei Walli, mei Äidasde, de hod as Zeig zum
Moasta. Boids eich vastähds, kunnt si scho dei Erdnmoasta sei.
Gemma nüba, nacha mach i eich bekannt. Wei, vo mia weasd
ja kümftig woi oblassn, oda?“
As Nannerl schaugd ganz gschamig zum Bodn. Olle viere
macha se aufn Weg zur Famiie vom Wastl. Do begehrt si
mittndrinad auf: „Dann is des ja a genauso schiache
Warzensau wia du. I moan, de sand doch bloß zum Auffressn
do. Und außadem muas des `Moastarin ́ hoaßn, wanns Walli a
Weiberl is! Kunndadsd ned du, Maxl, mei Moasta wern?“
„Jetzt bass amoi guad Obachd“, mischd si da Korbinian ei, „wos
du ois schee empfindsd is völlig nebensächlich. Es kimmd do
insgesamt und sowieso drauf o, woss dir bedeit. Und außadem
hosd ja ned nur Aung, sondan aa ra Nosn, Ohrwaschl und a
Haut. Und vielleichd riachd des Schweinderl ja guad fia di, oda
es hod a geschmeidge Stimm, oda du fuisd di oafach in seina
Gegenwart woi. Lass doch oafach auf di zuakemma und mach
de locker. Oda sois jetzad zwengs deina a Schönheits-
Operation durchfüan, wia de varrucktn Leid? De hoaßn
übrigens deszweng „Leid“, wei ma vui davo leid san; jädnfois
solang sa se dermaßen unda-irdisch aufführn. – Zum andan brauchsd ned ofanga, Funktion mit Geschlecht zum Vawechseln. Oda wuisd as ebba heirodn, wo as Geschlechd vielleicht a Roin spuin daad? Oiso. Mia ham uns drauf vaständigd, dass a jäde Funktion, a jäde Eigenschaft, aa de wo hint naus auf „er“ nausgähd, von am Manderl, am Weiberl oda am Diverserl, des hoaßt an Unbestimmtn oda Zwiefachn, ausgübt wern ko. Vo dene Zwiefachn gibts übrigens vui mehra ois wiasd du glaubst. Zruck zur Ored: Zum Beispui ko a Gartler aa a Gartlerin oda a Gartleres sei. Oda a Deifi, der ko aa a Deifin oda a Deifes sei… Oda a Gast, der ko aa a Gästin oda Gästes sei. Oda a Schneck, des ko aa a Schneckin oda Schneckes sei. Oda a Raufboid…“
„… ja, ja, das ko aa a Raufboidin oda Raufboides sei“, ergänzt
eam as Nannerl.
„Exakt. So iss! Du leansd ja schnäi. Des gfoid ma an dir“, sogd
da Maxl und scharwenzeld ganz begeistert um si rum und
schaugd ihra valiabt in de Aung. „Des Rumreitn auf da
gschlechtsspezifischn Endungen vahunzt uns no de ganze
gwachsene und natürliche Sprach. Aba zruck zu deim Wunsch,
ob i dei Moasta sei kunnd. Des gähd ned, wei nacha is zwischn
uns a Gefälle, i ohm und du unt. Und dann kemma koa Boor
ned wean, wei ma ois soiches gleichauf sei muas, vastähsd?“
„Des leichd ma ei“, fahrd as Nannerl trockn fort, „schließli bin i
ned auf da Brennsuppn dahergschwomma“.
Und dawei kriagds ned mid, dass se sei Stimm ganz andas oghead hod ois vorher, nämlich mid ara valiabtn Nuangsen. . . „Wann samma denn endli do, wei mei Mong knurrt scho ganz gewaltig“, murrt sie.
„Dass mia ausschließlich zum Gfressen-Wern do san is aa so a Irrtum vo de Leid“ , ereifert si da Wastl, „deran Horizont im Mei ofangd und im Bauch aufhäad. Außadem hoas i Sebastian, des bedeit übasetzt der Ehrbare. Kannsd amoi so guad sei und meim Nama Rechnung trong?“
As Nannerl is jetzad richtig bedient und trott hinta de andan
her .
Da Maxl indes griaßt mid am entwaffnenden Lächeln de Vroni,
wias an da Lacka vorbei ziang. Desäim merkt sofort, woss bei
eam gschlong hod. Und si denkt si: Siegsdas, Maxl, jetzad
brauchsd dei Gfui umso mehra. Wanns midmachd, dei Nannerl,
nacha weads wos Pfundigs mid eich zwoa. Und da Maxl
zwinkert mid de Aung zruck.
NANNERL UND MAXL
Ned weid vom Hias seina Hüawan ham de Warznschweinderl
eahna Haupt-Laga aufgschlong. Wia nacha de Ausflügler midm
Nannerl okemma, daschreckans olle vor da neia Löwin. Da
Wastl beruhigd seine Schrazn aba schnäi: „De duad eich nix.
As Nannerl suachd wos andas. Außadem is da Maxl dabei.
Defdses zur Begrüßung obaschnufen“. As Nannerl legd se
schnurstracks nieda und langsam macha se de siem Boign ans
Nannerl ro. Sie stubsn mid da Nosn an da oana oda andan
Stäi. Am längstn bleibd de Walli, wo ihr am End grodaus in de
Aung schauggd. „Na, Walli, gfoids da?“ frogd da Wastl sei
Tochda, „sie suachad an Erdnmoasta. Aus ganz aktuellem
Anlass. Anders gsogd, sie is ziemlich ausghungad und es
knurrd ihra da Mong. Nur miassds ihr erst no zuastimma“.
De Walli vaziangd as Gsichd zurana Grimmassn, drahd de Aung
schiaglad noch außn und kratzt se mim Hintahaxn hinterm
Ohrwaschl. „I hea woi ned rechd, unsan Todfeind begleitn“.
Da brichd as Nannerl in a lauthoisigs Lacha aus: „So wos
Komisch hob i no nia ned gseng. Wia de de Aung vadrahd is
unnachahmlich“, und sie schleckds am Vorderteil. „Du gfoisd
ma“.
„Guad“, sogd de Walli, „schlog ei. Nacha häifa da hoid wieda
auf deine Pfotn“. Sie verweilt a bor Minutn bei ihram neia
Schützling, und schließlich gibds an Rod: „Fürs erste trinkst a
Zitzn vo meina Muadda laar, und nacha gemma zum
Stachegstrüpp am Foiddaboch. Do miassad boid de
Strausnfamilie aussakemma, und dann hoisd da oane vo de
Mittlan. De miassn scho froh sei, wann de Eier heil bleim“. Und
sie ergänzt: „Boisd mi ois dein Erdnmoasta ruafsd, nach bin i d
́ Moasta WALLBURGA, klar?“
„Du hosd as echd drauf“, kommentiert as Nannerl, und machd
wia vorgschlong.
So nochanand lernd as Nannerl dann seine andan Moasta
kenna, olle voro an Intuitionsmoasta. Fasd wia vo alloa.
Und aa da Maxl übt mid seine Moasta stangagrod weida.
Vo Zeid zu Zeid triffds Nannerl an Maxl, und si vereinbarn se
bei eahrene Lieblingsplätz. Dortn vazäin sa se eahrane neiasten
Erfahrungen, Entdeckungen und wos in eahna innen drin vor
sich gähd.
Zmoi frogd da Maxl noch seine Muadda: „Sog amoi, Nannerl,
woasd du wos aus der Sieglind worn is? Seid meim Sturz hob i
nix mea vo ira ghäad“.
„De hod si hintan Stoippara-Pass zruckzong, wei ihr da
Rupprechd so arg zuagsetzt hod. Und vermutli is inzwischn dort
umkemma“.
„Der Sauhund, der Verreckde, des miasma eahm hoamzoin“,
kommentiert da Maxl vaärgad. Aba da Korbinian weisd eahm
beim nächsdn Treffa zrechd: „Wannsd an Rupprechd
ausschoidn wuisd und du denksd an dei Muadda, dann gschichd
des aus Rache. Und des is a negative Motivation. De gibt dir
zwar kurzfristig Kraft, aba langfristig brauchsd a positive
Motivation, wannsdas bessa macha wuisd und wannsd wos
Beständigs schaffa wuisd. Sei dir bei ollem, wos du duasd, üba
dei Motivation im Klaren. Du muasd zum Beispui an dei
künftige Aufgab ois weisa und verständiger Herrscher denga,
wodrauf du doch de ganz Zeid higarbad hosd“. Und am Maxl is
klar worn, dass des a ständige Aufgab fürs restliche Leem
bleim wead, sei Motivation im Aug zum bhoidn.
Da Maxl triffd sei Nannerl wia frühras zum Spuin. Nua dass a ganz neiche Zuatat dabei is, wanna valiabd in ihrane Aung schauggd. Sie widasetzt se jädnfois seine Avangsen ned allzulang, und si schnaxln vagnügt und valiabd, vazückd und gfrein se oana am andan.
Noch am hoibn Johr mäid s Nannerl am Maxl de aufregende
Neiigkeit: „Du, Maxl, woasd scho, mia kriangma Nachwuchs. In
drei Monat iss so weid“.
Da Maxl machd an Freidensprung, umarmd sei Nannerl und
busselds vo ohm bis und ob.
Äif Dog drauf, beim nächsdn Randevu, moand da Maxl ernst und nochdenklich: „Du, Nannerl, i glaub, jetzad weads Zeid, dassma unsa Kinireich otretn. Mia kemma unsam Kloan doch koan Saustoi übageem“. „Schee waars scho“, moand sie drauf, „des is abar a horige Gschichd, und i woas koan Weg ned hi“. In der drauf folgenden Nochd erscheint eahm sei Vodda, der Ludwig der Zerzauste, in vollendeter Prachd und Majestät. Er wendt se an sein Sohn: „Maxl, du hosd as Zeig zum weisn Kini, und i bin ganz stoiz auf den Fortschritt wosd gmachd hosd. Du hosd de prächtig entwickelt. Mia gfoid der Weg, den du gähsd.
Und jetzad bisd reif für mei Nachfolge. Vo jetzt ob bisd du Maximilian der Weise. I übagib dir mei Autorität. Mechasd in Würde, Respekt vor der Kreatur und Weitsichd mei Nachfolge otretn!“
Am dritte Moang drauf überraschd da Maxl as Nannerl mid seim neicha Vorschlog: „Bass auf, ́z glangds. Meim Oheim Rupprechd zoang ma, wo da Bartl an Most hoid. Mei Voda hod mi offziell beauftrogd, de Herrschafd zum übanehma. Beim nächsdn Voimond nehma uns an Rupprecht vor, wanna ohne seine Hofschrazn alloa is, und während i eam vo vorn ogreif, springsd auf sein Rückn und beißt eam ind Käi eini. Dodamid rechned der bestimmd neda. Nacha isa erledigd“.
DA KAMPF
In da grässdn Middogshitz, während de Hyänen im Schaddn
von a bor Rosenbaam lieng und olle so dahidösn, steings auffi
ins Oberland. Koana gschbannd wos. Sie stöbern den
ausgschamden Hoderlump auf und passn de naxde Voimond-
Nochd ob. Dann lauerns am Rupprechd auf. Da Maximilian greif
vo vorn oo, und dank seina unbandign Krafd setzt er dem
Rupprechd ordentlich zua. Dersäim is ziemlich dadodert, und
kriagds se schier gor nimma ei: „Kreizkruzinäsn, dass du no
lebsd, Maxl, häd i nia ned glaubd“. Trotz da Überraschung
wehrt er si natürli und droht am Maxl a bor empfindliche
Schrammen zuazfügen. In dem Moment landt `s Nannerl auf
seim Rücken und kroid se fesd in sei Haut. Bevor si in sei Käi
einibeißt, legd se da Rupprechd schließli mid etliche Wundn und
Kratzer aufn Rückn, seim End gwiss.
„Jetzad hosd vakaffd, durchtriema Schlawina, oodrahhda“
schnauffd da Maxl, „mia san de neie Regierung. I tret jetzad as
Erbe vo meim Vodda o“!
„Gaabs ned a Möglichkeit, dass i am Leem bleibad?“ röcheld da
Rupprechd. Denn da Maxl druckd eam scho de Gurgl ob.
Da Siega übalegd a weng, erinnert si ans Gesetz vom Ausgleich, an de Mahnung vom Korbinian, und sogd: „Doch, de gibds. I wui an dir ned nur simple Rache übn, des waar mia vuiz oafach. I wui dir zoang, wia ma a weise Herrschafd ausübt und wia mas bessa macha ko. Oiso folgendes: Du häifsd olle Viecha, wo a vorübergehende Krankheit ham oda an Umfoi ghabd ham, indem dassd eahna as Fuadda vorbei bringsd und si vor derane Feinde beschützt. Des is dei Bestimmung. Und
soboids damit aufhäasd, und i hea de leisesde Beschwerd üba di, gibts koa Gnad mea, dann bisd a doda Mo“. Es kummd eahm no a weitare Idä: „Und wann i wos zum Vakündn hob, dann sogsdas olle Viecha ei. Wannsd des eingermaßen guad hibringsd, nacha kriagsd dei Ehr wieda“.
„Do foin ma olle Zakn aus da Krona, midsamd de Edelstoana“.
„Wäiche Krona, ebba de, wosd da säiba aufsetzt hosd?“
„Ja, ja. Hob de scho, mei Krona is perdü“, knurrd da Rupprech,
„aba fias oafache Leem dua i oiss“.
„Heb deine Vordapfodn, damit i eischlong ko, oida
Dampfplaudara, dann guids“, schaffd da Maxl o.
As Nannerl aba weddad drauflos und sogd: „Mia woiddn den
doch eingli komplett erledign, oda?“
„Stimmd“, entgegnet da Maxl, „aba ma muas in genau dem
Moment von seine Vorhabn Abstand nehma, wo si wos bessas
aufzoagd, und ma seine großn, seine altruistischn, selbstlosn
Zui bessa vawirklichn ko. Wanni meine Moasta rechd vastandn
hob, muas ma in an jädn Moment flexibel auf de Situation
eigeh, ned mid Sturheit und Starrsinn; do damit stähsd da nua
säim im Weg. DES hoasst, im Aungblick sei. Und DES hoasst,
agiern statt reagiern. An bessan Herold ois an Rupprechd konn
i ma doch gor ned züchdn. Der kennd de gesamte Umgebung
aus eigner Anschauung, wennglei aus niedrigem Instinkt und
niedriger Impulsivität. Außerdem hod er die einmalige Schangs
zum Upgrade, sowia mia durch unsane Freind etliche einmalige
Schangsn ghabd ham“.
„Stimmt“, gibt sie zua, „do hosd scho rechd; vo dir konni doch
no wos leana“.
AS NEICHE KINIREICH
Nochdem da Rupprechd wieda einigermaßen genesen war vo seine Wundn, zitiert eam da Maxl her: „Bass auf, in vier Wocha, an Johannis, gibds a Fesd anlässlich da Geburt vo meim Nochwuchs. As Nannerl wead weaffa. Und dei Aufgab is, olle einzumsong. Oiso folgendes: „Maximilian der Weise, eicha neia Kini, ruafd zum allgemeinen Tierfest auf. Wer intakte Haxn oda Flügel oda Flossn hod, is herzli eigloon. Es wead an Hauffa Übarraschungen geem“.
So machd se da Rupprechd aufn weg zu olle Viecha. Er deaf se nimma `Rupprechd da Knechtara ́ nenna, und olle ruaffanan nua no `Rupprechd da Ogeba ́. Zur Ironie vo seim Schicksoi
ghäad, das jetzad da ehemalige Knechdara zum Knechd vo olle
andan worn is.
Er duad oiso sei Pflichd und ruafd in olle Richtungen de Viecha
zum Feian auf, wobei er sei glernds Sprücherl aufsogd.
Pünkli an Johannis hamse olle midnand vasammed – mid Ausnahme vom Hosn Rennsemme, am Esel Sepperl, a bor großkopferde Maulaufreißa und am Lampe Tobi; aba des sand ganz eigane Gschichdn, de wosd weida hint erfahrn konnsd. So wias olle vasammed san, richd da junge Kini Maximilian a Ansprach an seine Festgäste: „Liaba Festgemeinde! Ich, Maximilian der Weise, und mei Wei, Anna-Maria de Großherzige, deafan eich ganz herzlich zu unsam großn Fest begriaßn. I bin ausm Unterland zruck zu eich kemma, wo i vo meine Moasta oiss glernd hob, wos ma zum gsundn und guadn, zum echdn Leem brauchd. As Nannerl hod ma vo eiam Unglück vazäid und mia ham beschlossn, dass ma mid dem Saustoi auframma. Mid unsara Herrschafd wead a Zeid vo Friedn und Zsammahäiffa ausgeh. Boi oana vo eich an guadn Rod brauchd oda wanns an Streit zwischn eich gibd, deaf a se an mi wendn. De Hyänen, wo um mi gelegntli rumkraudern und wo eich schikaniert ham, san jetzad unsane Abfallverwerter und duan eich im Wesentlichn nix Schlimms mehr o. An Rupprechd hamma scho zivilisierd, wiasds scho gspannd habds. Der soid eich häiffa, wanns oam vo eich noss nei gähd, sei es aus gesundheitlichn oda klimatischn Ursachen. Er soid eich wieda auf de Pfodn häiffa, wann Not am Mo is. De ganze Natur um uns herum soid se weidgehend dafanga, und a jäda nimmd se nua was a unbedingd brauchd. A jäde Kreatur hod sein Plotz und sei Berechtigung. Und weis Leem oiwei weidagähd gfrein mia uns, oiso i und eicha Königin, Anna-Maria de Großherzige, oiso mia gfrein ma uns außerordentlich, dass ma eich unsan Nachwuchs präsentiern kenna, wei eia Königin niedakemma is: Hier is de Senta. De soid amoi zur Kreszentia hiwachsn!“
Und `s Nannerl hebd sei jungs Deandl in Häh. De Viecha klatschn olle Beifoi oda rauschn mid de Flügln oda schwingand eahnane Flossn. Wiasase wieda beruhign, setzts Nannerl sei Red fort: „Wei heid a ganz bsundana Fesddog is hamse a bor vo eich ganz bsundas ins Zeig gschmissn und woin eich a bor Kunsstückln vorführn, ogfanga vo de Elefantn bis hi zu de Oachkatzln und zum Schwan. Aba lassds eich übaraschn!“ Olle hockans auf eahnane Plätz, und ois Letzte kimmd de Schnurr-Stracks Eva, a Schuidkrädn, ogrutschd, und sie kriangd an Ehrenplotz in da erstn Reih.
De Viecher und Viecherl bietn ihr ganz Können und ihra Gschicklichkeit auf: De Affn schlong Purzelbaam beim auffi- und obiklettern, de Möven zoang an vollendeten Formationsflug mid atemberaubende Wendemanoeuvern und Sturzflüge, und de Albatrosse kreiseln in perfekten Spiralen genau übaranand, und de Giraffen liefern se hoisbrecherische Schaukämfe während zwischen eahnane Haxn de Schweinderln Grimassn ziang. Und aa olle andan Künstler, wo da Camille Saint-Saens in seim sogannten „Karneval der Tiere“ musikalisch einmalig beschriem hod, erntn regelrechde Bewunderung und entsprechend Beifoi. Mid de Zwischntexte vom Loriot, alias Viktor von Bülow, konnst da den ganzn Gspaß aufs Genaueste vorstäin. Dann woast bis in kleanste Detail wia sa se zuatrong hod.